THE BRAMBLE

Zurück in die Achtziger, da war alles bunt, breite Schulterpolster und Neon Farben überall.

Dieter B. und Thomas A. in ihren ballonseidenen Trainingsanzügen und der „BRAMBLE“ traten einen Siegeszug um die Welt an.

Das eine Scheisse, das Andere geil!

Ich habe den Drink in Charles Schumanns Bar Buch wiederentdeckt, eine echte Jugend Erinnerung.
Zu Zeiten, als man ungestraft Minderjährigen Alkohol ausschenken konnte, habe ich den ein paar mal getrunken, Sonntag Nachmittag in der Teenie Disco, im Bad Zwischenahner „Hitpalast“!

Eine bleibende, positive Erinnerung, im Vergleich zu dem Stiefel Bier, den meine Kumpels und ich uns allenthalben in der benachbarten Kneipe „zum Wasserturm“ rein pfiffen.

Dick Bradsell’s
BRAMBLE
6 cl Gin
3 cl Zitrone
1,5 cl Zuckersirup
2 cl Brombeerlikör

Die ersten drei Zutaten auf Eis schütteln und auf Crushed Ice abseihen.
Das Glas mit Crushed Ice auffüllen und den Likör seitlich langsam floaten und absacken lassen.
Nicht mehr rühren.
Zitronenscheibe und ein bis zwei Brombeeren als Garnitur.

Ich habe selbst gemachten Brombeersirup genommen, da sich in meinem Fundus leider keine Creme de Mure befindet.

Der Drink besticht durch seine Simplizität, kommt er doch als einfacher Gin Sour daher,
der mit etwas Likör aufgebrezelt wird.
Geschmacklich sind hier keine Überaschungen zu erwarten,
man bekommt genau das, was der Drink vor gibt zu sein.

Lecker, ein knackiger Herbst Cocktail!

PAULIE WALNUTS

Nach dem im vorletzten Drink, dem PERMANENT HOLIDAY, Averna und Bourbon so prima harmonierten, stellte sich mir die Frage: „geht das auch einfacher?“

Wie schmeckt ein All-American-Sour, aus Bourbon und Rye, gesüßt und aufgemotzt mit italienischem Averna Likör?
Und wie müsste man den Drink nennen, um beiden Heimatländern gerecht zu werden?

Raul Duke’s

PAULIE WALNUTS
2 cl Bourbon
2 cl Rye
2,5 cl Averna
1,5 cl Zitrone
1 cl Zucker
Dashes Black Walnut-Bitters

Shake ’n‘ strain on Crushed Ice

Erstens:
Der Drink schmeckt fantastisch!
Der Kräuterlikör verleiht ihm eine tiefe, kräftige Süße, die geradezu wie geschaffen ist, ein Gegengewicht zu dem würzigen Rye Whisky zu bilden und
sich gleichzeitig mit ihm zu verbinden.

Zweitens:
Wahrscheinlich gibt es diesen Drink schon irgendwo auf der Welt, aber wo, das weiß nur Allah, oder so.
Also reklamier ich den mal so halbwegs für mich!
Einen Namen zu finden war ausgesprochen einfach.
Amerika und Italien, da denke ich sofort an diverse meiner lieblings Filme, wie „Casino“ oder „Good Fellas“, und nicht zuletzt an die erste Fernsehserie, die mich wirklich gepackt hat, „The Sopranos“!
Meine Lieblingsfigur in der Serie war der etwas schrullige Paulie „Walnuts“ Gualtieri, Tony Sopranos Rechte Hand.
Ihm gilt nun die Ehre, Pate zu stehen, für einen Drink, der Tote wieder zum Leben erwecken kann…

An dieser Stelle erst recht: „PENG“

 

FEEL THE HIGH PUNCH…

Animiert durch Don Sling’s Sommer Motto, jede Woche einen anderen
PLANTERS PUNCH zu servieren, bin ich tief ins Innerste meiner Sammlung an Bar Büchern eingetaucht, um meiner Leber auch einen Punch zu versetzen…

David Embury’s very simple
PLANTER’S PUNCH
6 cl Meyers Rum
(4 cl Meyers, 2 cl Lemonheart overproof)
3 cl Zitrone
2 cl Zuckersirup
3 -4 Dashes Angostura Bitters

Auf Eis hard shaken und in ein Collins Glas pouren (mit dem Eis).
Das Glas mit Crushed Ice auffüllen und etwas Soda dazu geben.
Die Bitters als letztes über das Eis spritzen und nicht mehr rühren.
Mund halten, und darüber staunen, wie schön die Bitters langsam nach unten sacken.

FRED MEYERS PUNCH
6 cl Meyers Rum
4 cl starker Tee
3 cl Limette
2 cl Zuckersirup

Die Zutaten mit crushed Ice schütteln und mit eis in ein grosses Glas pouren.
Mit Crushed Ice auffüllen und ordentlich Muskat als Topping darüber reiben.

Da bekommt der Begriff Eistee einen ganz anderen Geschmack, und kommt vor allem niemals aus Long Island…

Gefunden in „Potions of the Caribbean“, von Jeff Berry.

PHILADELPHIA FISH HOUSE PUNCH
( seit ca. 1732)
3 cl Jamaika Rum
1,5 cl Lustau Brandy
1 cl Peach Brandy
1,5 cl Zuckersirup
1,5 cl Zitrone
Soda

Der Drink wird im Glas auf Eiswürfeln „gebaut“ und dann mit einem Schuss Soda aufgespritzt.
Wer möchte kann eine Pfirsich Spalte als Garnitur hinzu fügen.

Gefunden in „Imbibe“ von David Wondrich.

Für die letzten beiden Drinks empfehle ich, den Zuckersirup aus braunem Vollrohrzucker selbst herzustellen.
Vollrohrzucker hat einen sehr hohen Melasse Anteil und einen unnachahmlichen Geschmack.
Der erste würde optisch zu dunkel, deshalb verwendet man hier lieber hellen Zuckersirup.

Das Grundgerüst eines Punch besteht immer aus einer oder mehreren Spirituosen, Zitrussaft, Zucker und auf jeden Fall Wasser und oder Eis.

Des weiteren kann man das Wasser auch gut durch Champagner ersetzen, was im 18. und 19. Jahrhundert durchaus weit verbreitet war.

Damals war Punch kein Einzeldrink, sondern wurde in großen Gefäßen zusammen gemischt, der „Punch Bowl“.
Daraus resultierte die mitte des 20. Jahrhunderts bei meinen Eltern und Großeltern beliebte Bowle!

Leider wurde daraus im laufe der Zeit eine immer langweiligere, alkoholärmere Fruchtschorle, mit Säften aus der Flasche, mit-ohne Schnaps, etc…
Am schlimmsten ist es, wenn man, wie ich selber, in dem Alter ist, wo die meisten Freunde Kinder haben, und glauben ihre Blagen müssen überall und immer dabei sein.
Wo führt das hin?

Alkoholfreie Bowle und Kinder Punch!

Fuck die Scheisse!

Hält man sich ans Grundrezept ist frisch geriebene Muskatnuss historisch gesehen häufig das Topping der Wahl.
Ein paar Dashes Angostura Bitters anstelle der Muskatnuss ist ebenfalls empfehlenswert.
In beiden Fällen ist dies ein Topping, also danach nicht mehr umrühren!

Unzählige Varianten sind durch den Einsatz von verschiedensten Likören oder Fruchtsirups möglich.
Ungeübte Mixologen sollten mit dem Grundgerüst, plus ein bis zwei Zentilitern Sirup oder Likör ihrer Wahl beginnen.
Z.B. Grenadine etc…

Da kannste nix falsch machen, ausser drei stück davon zu trinken und dann mit dem Auto zum Schotten zu fahren…
…oder den oben erwähnten Kindern davon zu geben…
…wadde, wadde, dat iß doch ne Idee, vieleicht wenn Mudda nich gucken tuut…

…sach ma, wo is eigentlich der Autoschlüssel???

Fruit Daiquiri – Tropical Pleasure or Pain in the Ass?

… Daiquiri ist eine Bergbaustadt im Osten von Cuba
wo eventuell ein Ingenieur den Drink notierte um damit seine Gäste zu erfreuen …

Hach, alleine das Wort schon: Dai-qui-ri,
ganz im Sinne von Don Blandings Gedicht „Names are Ships“,
trägt es dich fort, an ferne tropische Gestade, zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht,
die Last des Alltags verfliegt.

Der Daiquiri ist in seiner klassischen Zubereitung,
eigentlich nur ein besonderer Rum Sour.

Es gibt etliche Geschichten und Legenden, wie der Drink nun genau entstanden ist
und um was es sich dabei handelt, mehr dazu in einem anderen Artikel.

Don Sling möchte hier mal seine ganz persönlichen Vorlieben für Fruit Daiquiris vorstellen.

Generell eine sehr leckere Sache,
die uns Barkeepern aber auch schnell mal entgleiten kann.
Verkommen zum Happy Hour Drink, erlitt er das gleiche schmerzvolle Schicksal
seiner mexikanischen Schwester, der Margarita.

Genug!

– Ein Daiquiri ist ein cubanischer Drink,
die Verwendung hellen cubanischen Rums macht ihn zum Daiquiri,
bei Verwendung von Jamaican Rum, Barbados Rum usw.
habe ich cocktailhistorisch gesehen schon keinen Daiquiri mehr!

– Der Einsatz eines Blenders zur Herstellung kleiner gefrorener Fruchtmonster steht ausser Frage.
Am absoluten Nullpunkt existiert kein Geschmack mehr, nur Hirnfrost – Wer’s mag.

Allerdings kann man den Daiquiri ohne Eis vorblenden und dann auf Cubes kaltschütteln.
Macht aber nur Sinn wenn es von Nöten ist, den Fruchtanteil so zu zerschrotten, dass er eine feine Konsistenz hat, Minze, Ananas, siehe z.B. Missionarys Downfall
Deshalb schüttelt der Don seine Daiquiris meist im Boston Shaker, gerne so hart, dass sich kleine erfrischende Eisstückchen bilden, beim Daiquiri paßt das, sonst eher nicht.

– Weniger ist mehr,
Frische zählt, gefrorenes Fruchtpüree jeder Art finde der Don nicht sonderlich toll,
auch wenn es gut schmeckt.
Davon mal abgesehen sollten die Fruchtbeigaben irgendwie zur Region passen,
Erdbeer, Brombeer, Himbeer? Nicht sehr karibisch.
Kokos, Maracuja, Falernum? Schon eher.

Erhalten wollen wir auch den Grundcharakter des Drinks,
ein Daiquiri ist leicht, leicht und flüchtig.
Also überladen wir ihn nicht mit Unmengen an Frucht,
wir wollen keinen süßen Nachtisch daraus machen.

Drei Vorschläge für etwas andere Daiquiris

Coco Daiquiri
5cl 3 Años Havana Club
2-3cl frischeste Limette (Handpresse!)
2cl Riemerschmidt Kokossirup (Nur der aus der 0,5l Flasche!)
oder CocoTara
optional 2-3cl Coconut Water

Maracuja Daiquiri
5cl 3 Años Havana Club
2cl frischeste Limette (Handpresse!)
1/2 -1 Maracuja je nach Größe
1,5cl Rohrzuckersirup
o. 1,5cl Riemerschmidt Maracujasirup (Nur der aus der 0,5l Flasche!)

Don’s Daiquiri (Falernum Daiquiri)
5cl 3 Años Havana Club
2-3cl frischeste Limette (Handpresse!)
1cl Monin Falernum Sirup
1cl Velvet Falernum

Alle drei Varianten richtig kräftig schütteln und in eine gefrorene Cocktailschale abseihen,
eventuell den Gast fragen ob Fruchtanteile und Brucheis im Glas gewünscht sind.
Auf Garnituren verzichtet der Don bei Daiquiris gerne,
lassen wir lieber die schlichte Eleganz sprechen

¡Salute! und boykottiert Bacardi!