X-15 ROCKET PLANE

Lange ist es her, dass ich dieses Foto machte, weniger lange ist es her, das ich dieses Rocket Fuel getankt habe!!
Entdeckt habe ich diesen außergewöhnlichen Gin-Tiki-Drink in Beachbum Berry’s Remixed.

Laut Jeff Berry wurde der „X-15“ später in „Saturn Cocktail“ umbenannt, da der Blutzoll den dieses Flugzeug unter den Testpiloten forderte einfach zu hoch war.
Damit war der alte Name einfach zu negativ belastet.

Die X-15, ein experimentelles Flugzeug mit Raketenantrieb, faszinierte mich schon als Kind.
Erstens sah das Teil einfach klasse aus und zweitens klang der Name schön geheimnisvoll.
Meine damalige Lieblingshörspiel LP hatte den Namen UX3 antwortet nicht und war ein Science Fiction Abenteuer vom Schlage „Raumschiff Orion“.

Im Jahre 1967 gewann J. „Popo“ Galsini mit dem Saturn die International Bartender’s Association World Cocktail Championship.

X-15 ROCKET PLANE
6 cl Gin
1 cl Falernum 
1 cl Orgeat oder mandelsirup 
1,5 cl Zitrone
1,5 cl Maracuja Sirup
0,2 L crushed Ice

Alle Zutaten in einem Standmixer pürieren, bis der Drink eine „slushige“ Konsistenz hat.
Komplett in ein Glas pouren und nach Wunsch dekorieren.

Geschmacklich umwerfend, kommen zuerst Zitrone und Gin zur Geltung, gefolgt von den Frucht- und Gewürznoten der übrigen Zutaten.

Ich benutze für den X-15 immer mein altes, dunkles Falernum, was schon fast eine Mischung aus Falernum und Pimento Dram ist.
Wer diesen Geschmack nachahmen möchte, verklappt einfach zusätzlich 1 cl von letztgenanntem Likör in den Drink.

Eine Space Age Erfrischung aus der Weltraumforschung …

„Des Grafen Camillo Negronis weiße Erbin“

Hurrraaaaa, in jeder Bar scheint neuerdings eine Flasche „Suze“ zu stehen.
Ich meine, nicht in Berlin, oder Hamburg, sondern im noch recht neuen „Glut und Wasser“ oder im alt eingesessenen „Patio“ in Oldenburg.
Das lässt vermuten, dass das in den Großstädten erst recht so ist.
Gut so!
Denn das bedeutet, das ich einen der leckersten französischen Aperitifs bald im örtlichen Getränkemarkt kaufen kann.
Und zwar nicht zu Horrorpreisen wie im Netz, sondern wie in Frankreich, für unter Zehn Euro.
„Hahaha, ich träume, aber die Hoffnung stirbt bekannter Maßen zuletzt.“

Bis dahin bringe ich mir diese und andere Leckereien weiterhin aus dem Urlaub mit.

Diese vermeintlich massenhafte Verbreitung von „Suze“ wird begünstigt durch einen wunderbaren, leckeren Cocktail, der neuerdings auf den Getränkekarten auftaucht.
Der White Negroni!


Hier ist meine Version:

WHITE NEGRONI
3 cl Suze (Salers)
2 cl Gin
2 cl Dolin Blanc
1 kleine Prise Salz

Auf Eis rühren und abseihen.
Wahlweise mit oder ohne Eis servieren.
Mit einer orangenzeste abspritzen und garnieren.

Der White Negroni wurde schon 2002 in London von Wayne Collins erfunden.
Er benutzte Suze und Lillet Blanc und ersetzte damit Campari und süßen, roten Wermut, die im klassischen Negroni meißtens zu je gleichen Teilen Verwendung finden.

Im Vergleich zum alten Häuptling Negroni, ist seine weiße Squaw nicht ganz so bitter.
Durch den fehlenden Campari ist auch keine Orangennote zu spüren.
Wer darauf nicht verzichten will, kann ohne weiteres ein paar Spritzer Orange Bitters und oder Woormwood Bitters (siehe Green Swizzle, weiter unten) in den Drink geben.

Ich bevorzuge anstelle des Lillet in jedem Fall den französischen Wermut „Dolin blanc“
für diesen Drink.
Andere weiße Wermut Sorten gehen natürlich auch und ob diese süß oder trocken sein sollten,
bleibt dem persönlichen Geschmack vorbehalten.

Des Weiteren verwende ich zur Abwechslung auch gerne „Salers“ oder „Avèze“ , anstatt des oben erwähnten „Suze“, mal so, mal so.
Alle drei sind bittere, mit Enzian (Gentiane) aromatisierte Liköre, die in Frankreich gerne strait, auf Eis, oder mit Tonic Water, etc., etc., getrunken werden.

1000 Möglichkeiten…
… and I fuckin‘ love the most of `em…

Aviation mit dem Paper Aviator

„ÜBER DEN WOLKEN, MUSS DIE FREIHEIT WOHL GRENZENLOS SEIN…“

Als ich hier, an Board der Mprezz, viele Atlantiküberquerungen vorher, das erste Mal den Ur-Alt-Klassiker „Aviation Cocktail“ trank, war ich hin und weg.
Ich trank in dem Jahr so viel von dem violetten Zeug, bis ich es nicht mehr sehen konnte!
Mittlerweile habe ich immer eine Pulle Crème de Violette im Regal stehen, und kaufe schon ’ne neue, bevor die Alte leer ist.
Das Gleiche trifft im Übrigen auch auf Marschino Likör zu, bevorzugt Luxardo.


Aviation Cocktail

4 cl Gin 
1,5 cl Zitrone
1 cl Veilchen
1 cl Maraschino

Alle Zutaten auf Eis rühren und abseihen.
Kirsche als Deko.

Mittlerweile dürfte auch dem letzten Barkeeper klar geworden sein, dass in diesen Drink Veilchen Likör gehört.

Über den Zeitraum vieler Jahrzehnte, war der Aviation mehrheitlich aus den Bars und Büchern verschwunden.

Tauchte er doch mal hier, mal dort aus der Versenkung auf, kam er meistens als simpler
Gin Sour daher, gepimmt einzig und allein mit ein paar Tropfen Maraschino. Laaaaaaangeweile!

Siehe zum Beispiel das „Savoy Cocktail Book“, oder „The Fine Art of Mixing Drinks“, von David A. Embury.

 

Die schöne dezent violette Farbe ist schon mal der erste Grund, warum man diesen Drink lieb gewinnen kann.

Zweitens ist es, als würde man mit der Nase trinken, so leicht und „duftig“ kommt der Drink daher.
Üble Zungen (Wie die der besten Frau der Welt) behaupten allerdings, es würde nach Seife schmecken.

Fragt mal Averell Dalton, wie gut Seife schmecken kann!!

Sehr aufgeregt war ich dann vor kurzem, als ich auf Cocktail Virgin Slut eine hochinteressante Abwandlung von dem oben erwähnten Cocktail fand!

Ich brannte förmlich darauf, es auszuprobieren, seht selbst…

PAPER AVIATOR

3 cl Bourbon
1,5 Campari
1,5 Veilchen
1,5 Maraschino
1,5 Zitrone

Alle Zutaten auf Eis schütteln und in ein Cocktail Glas abseihen.

Habe es wie oben beschrieben und einmal wie den echten Aviation versucht, ohne Campari, aber mit Bourbon.
Letzterer schmeckt erstaunlich ähnlich, wie das Gin Original, hat aber eine dermaßen unschöne Farbe, das es ausgeschlossen ist, ihn Gästen zu servieren. (Foto rechts)
Der Paper Aviator hingegen ist der Hit!
Überzeugend!!
Klasse!!!
Der Bourbon und die fruchtig-bitteren Noten des Campari scheinen den Maraschino zurück in einen Fruchtsaft zu verwandeln.
Es schmeckt fast wie ein Aviation mit Sauerkirsche.
Die Optik ist auch sehr schön.
100 Punkte für den Kandidaten.

Wer ihn nicht probiert, ist selber schuld …

Mehr Drinks, siehe unten, „ältere Beiträge“!

DIGGER’S COUGH

Goldrausch in Oberhammelwarden!!

Hab am letzten Sonntag ’n bisschen herum experimentiert …
Auf cold-glas.com stieß ich auf den Gold Rush Cocktail von T.J. Siegal und fand ihn sehr vielversprechend.
Während ich nun, langsam und gemütlich an dem durchaus ganz leckeren Kaltgetränk herum nuckelte, fiel mir auf, das dieser Drink eine gewisse Ähnlichkeit mit dem `Flu Cocktail (Savoy Cocktail Book) aufweist, der ebenfalls sehr wohlschmeckend ist.

Kleiner Mix aus Gold Rush und `Flu „gefällig? „Heeeeeer damit!!“

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DIGGER’S COUGH
6 cl Bourbon
2 cl flüssiger Honig
2 cl Ingwer Sirup
2 cl Zitrone
5-8 cl Soda

Bourbon, Sirup, Honig, Zitrone auf Eis schütteln und auf frisches Eis abseihen. Mit Soda auffüllen und mit einer Zitronenscheibe oder einer Zeste garnieren.

Schöne goldene Farbe, das Zeug und geschmacklich herausragend!
Karamelliger Bourbon, Zitrusfrüchte, weiche Honignoten und mit dem dezenten Prickeln des Sodawassers kommt im Hintergrund langsam aber sicher die Schärfe des Ingwers zum Vorschein.

Sollte es diese Kombination an Zutaten noch nicht gegeben haben, so sollt Ihr, geneigte Trinker, dieses Baby DIGGER’S COUGH nennen!
Wenn doch, dann scheiß drauf und Prost!!

BITTER STRIPPER

Kurz und knapp, dieses Rezept fand ich schon vor Jahren auf gazregan.com in der Rubrik „101 Best New Cocktails 2013“.
Weiß wirklich nicht, warum ich so lange gebraucht habe, von diesem Früchtchen zu kosten…
Heute war es soweit!
Ein sehr leckerer Versuch, eine Art White Negroni zu erschaffen.

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BITTER STRIPPER
(by Dee Allen)
4 cl Old Tom Gin
1,5 cl Dolin Blanc
1 cl Salers Gentiane
0,5 cl Cointreau

Alle Zutaten auf Eis rühren, in ein Cocktail Glas abseihen, mit einer Orangen Zeste abspritzen und mit einer weiteren dekorieren.
(Im Original mit Plymouth Gin)

Auf dem Foto beachte man bitte die winzigen, beim Abspritzen entstandenen, Orangenöl Tröpfchen auf der Oberfläche der Flüssigkeit.

Welch ein Duft!

Gaz Regan schreibt am Ende über den Bitter Stripper, „Weird and wonderful, this Drink, weird and wonderful.“

Ich kann nicht genau sagen, was hier „weird“ sein soll, aber „wonderful“ ist das Gesöff allemal!

Cheers Mr Regan…