FEEL THE HIGH PUNCH…

Animiert durch Don Sling’s Sommer Motto, jede Woche einen anderen
PLANTERS PUNCH zu servieren, bin ich tief ins Innerste meiner Sammlung an Bar Büchern eingetaucht, um meiner Leber auch einen Punch zu versetzen…

David Embury’s very simple
PLANTER’S PUNCH
6 cl Meyers Rum
(4 cl Meyers, 2 cl Lemonheart overproof)
3 cl Zitrone
2 cl Zuckersirup
3 -4 Dashes Angostura Bitters

Auf Eis hard shaken und in ein Collins Glas pouren (mit dem Eis).
Das Glas mit Crushed Ice auffüllen und etwas Soda dazu geben.
Die Bitters als letztes über das Eis spritzen und nicht mehr rühren.
Mund halten, und darüber staunen, wie schön die Bitters langsam nach unten sacken.

FRED MEYERS PUNCH
6 cl Meyers Rum
4 cl starker Tee
3 cl Limette
2 cl Zuckersirup

Die Zutaten mit crushed Ice schütteln und mit eis in ein grosses Glas pouren.
Mit Crushed Ice auffüllen und ordentlich Muskat als Topping darüber reiben.

Da bekommt der Begriff Eistee einen ganz anderen Geschmack, und kommt vor allem niemals aus Long Island…

Gefunden in „Potions of the Caribbean“, von Jeff Berry.

PHILADELPHIA FISH HOUSE PUNCH
( seit ca. 1732)
3 cl Jamaika Rum
1,5 cl Lustau Brandy
1 cl Peach Brandy
1,5 cl Zuckersirup
1,5 cl Zitrone
Soda

Der Drink wird im Glas auf Eiswürfeln „gebaut“ und dann mit einem Schuss Soda aufgespritzt.
Wer möchte kann eine Pfirsich Spalte als Garnitur hinzu fügen.

Gefunden in „Imbibe“ von David Wondrich.

Für die letzten beiden Drinks empfehle ich, den Zuckersirup aus braunem Vollrohrzucker selbst herzustellen.
Vollrohrzucker hat einen sehr hohen Melasse Anteil und einen unnachahmlichen Geschmack.
Der erste würde optisch zu dunkel, deshalb verwendet man hier lieber hellen Zuckersirup.

Das Grundgerüst eines Punch besteht immer aus einer oder mehreren Spirituosen, Zitrussaft, Zucker und auf jeden Fall Wasser und oder Eis.

Des weiteren kann man das Wasser auch gut durch Champagner ersetzen, was im 18. und 19. Jahrhundert durchaus weit verbreitet war.

Damals war Punch kein Einzeldrink, sondern wurde in großen Gefäßen zusammen gemischt, der „Punch Bowl“.
Daraus resultierte die mitte des 20. Jahrhunderts bei meinen Eltern und Großeltern beliebte Bowle!

Leider wurde daraus im laufe der Zeit eine immer langweiligere, alkoholärmere Fruchtschorle, mit Säften aus der Flasche, mit-ohne Schnaps, etc…
Am schlimmsten ist es, wenn man, wie ich selber, in dem Alter ist, wo die meisten Freunde Kinder haben, und glauben ihre Blagen müssen überall und immer dabei sein.
Wo führt das hin?

Alkoholfreie Bowle und Kinder Punch!

Fuck die Scheisse!

Hält man sich ans Grundrezept ist frisch geriebene Muskatnuss historisch gesehen häufig das Topping der Wahl.
Ein paar Dashes Angostura Bitters anstelle der Muskatnuss ist ebenfalls empfehlenswert.
In beiden Fällen ist dies ein Topping, also danach nicht mehr umrühren!

Unzählige Varianten sind durch den Einsatz von verschiedensten Likören oder Fruchtsirups möglich.
Ungeübte Mixologen sollten mit dem Grundgerüst, plus ein bis zwei Zentilitern Sirup oder Likör ihrer Wahl beginnen.
Z.B. Grenadine etc…

Da kannste nix falsch machen, ausser drei stück davon zu trinken und dann mit dem Auto zum Schotten zu fahren…
…oder den oben erwähnten Kindern davon zu geben…
…wadde, wadde, dat iß doch ne Idee, vieleicht wenn Mudda nich gucken tuut…

…sach ma, wo is eigentlich der Autoschlüssel???

A Horse is a Horse: Der Valeccito

Es kommt immer wieder vor, dass aus den Schatzkisten unseres Tuns,
den alten verstaubten Barbüchern, welche liebevoll gesammelt,
wohlweislich vor Kollegen und Gästen weggeschlossen,
oft jahrelang unbeachtet ihr Dasein fristen,
eines Tages ein Brillant ans schummrige Barlicht gezogen wird um zu funkeln.

Der Valeccito ist ein solcher Edelstein.
Der Drink hat alles was mein Barkeeperherz erfreut,
eine oftmals unbeachtete Spirituose, den Pisco,
Vermouth, was den Valeccito in den Adelsstand erhebt,
Orangenlikör anstatt schnödem Zucker
und ein Hauch Zitrone, aber bitte nicht zuviel!

Architektonisch ein Art Sidecar mit Vermouth.
Aber eigentlich würde ich für diese Art Drink lieber eine eigene Kategorie aufmachen …

Recherchen bezüglich Namen und Herkunft ergeben folgendes,
gefunden habe ich den Valeccito in der deutschen Übersetzung
von Trader Vic’s Bartenders Guide,
welche auf der revised Edition von 1972 basiert,
in der 1948 Ausgabe wird der Drink meines Wissens noch nicht erwähnt.

Zum Namen ergibt sich leider nicht soviel,
außer das etliche Dressur Pferde mit diesem Namen bedacht wurden
und das der Begriff wohl aus den Italienischem stammt und dem nach
[Wahle-chito] ausgesprochen werden würde, ich wette aber nicht darauf.

Aber auf den flüssigen Vertreter könnt ihr getrost hohe Summen setzen,
ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Valeccito
3cl Pisco
3cl French Vermouth
1,5cl Curaçao (Ich habe Grand Marnier verwendet.)
1,5cl Frische Zitrone
(Die 1,5cl sind hier Maxximum eher weniger nehmen,
der Drink soll nicht sauer sein sondern trocken.)

Dashes Orangeflowerwater stehen dem Pferdchen gut zu Gesicht sind aber Optional.
Schütteln auf Eiswürfel und in ein elegantes Cocktailglas feinstrainen,
da etwaige Eissplitter dem Drink die Eleganz nehmen.

Garniert wird mit einer Zitronenzeste.

Little Known Fact:
Der Housedrink der S.S.Mprezz, der Mprezz,

ist eine Gin Variante des Valeccito.

On your Marks!

KAHALA SHIRTS AND DRINKS…

Pfingsten war feines Wetter, es war Besuch im Garten und es gab keinen Grund, nichts zu trinken!

Hier ist einer von Trader Vic’s genialen Einfällen für solche Gelegenheiten …

KAHALA COOLER

3 cl Havanna Club 3 J
3 cl Brandy 
3 cl frische Ananas
2 cl Amer Picon
1 cl Limette
1 cl Grenadine
1-2 cl Zuckersirup
Shake on Ice ’n‘ pour into Collins Glas, fill up with crushed Ice and garnish with a spent Limeshell and Mintleaf.

(bei Ananas aus der Flasche nimmt man 1,5 cl Limette und keinen Zuckersirup)

Als ich dieses Rezept zuerst laß, stach mir sofort der Name ins Auge, heißt doch meine lieblings Hawaiihemd Marke „Kahala“.
Zum Namen kam noch der Picon in der Rezeptur und die Würfel waren gefallen.
Ich musste meiner Obsession fröhnen …

Hier paaren sich Rum und Brandy perfekt mit den enthaltenen Früchten und das Ganze wird komplett unterlegt von schweren Bitter Orangen und dunklem Karamel aus dem Picon.

Man könnte meinen, man würde irgendwie Sauerkirsche heraus schmecken.

Ein sehr guter Begleiter bei Tag und Nacht …

(„sorry, hatte dem Zwerg extra gesagt er soll alles sauber wischen …“)

FRÜHSTÜCKS EIER

„Mal sehen, mhhh … ich weiß Gott verdammt nochmal nicht, wer Cecile ist!
Wisst Ihr es?
Vielleicht Little Richard anrufen, aber … nee, das war Lucile…aaach jaa …“

So könnte es sich anhören, in Eurem Kopf, während Ihr am Frühstückstisch sitzt, Euch mit gelb gerauchten Fingern am unrasierten Kinn (oder wer weiß an welchen unrasierten Stellen sonst noch) kratzt und krampfhaft versucht:
1. Das Brummen in Eurem Kopf und das flaue Gefühl in der Magengegend zu unterdrücken.
2. Euch zu erinnern, wer zum Teufel Cecile ist.

Mit Punkt eins ist es wirklich einfach.
Alles Essbare stehen lassen, und Euch einen, oder auch zwei erstklassige Breakfast Drinks wie diesen genehmigen.

Was hilft morgens besser als rohes Ei und ’n kleines Sektchen?

CECILE PICK ME UP COCKTAIL

6 cl Brandy
1 Tl Puderzucker
1 Eigelb
6-8 cl Champagner

Die Zutaten, außer dem Sekt, auf Eis ausgiebig schütteln (Hardshake), doppelt in ein Weißweinglas abseihen und mit ein wenig Schaumwein aufgießen.

Bei Punkt 2 kann Euch keiner mehr helfen, der noch leben würde, denn der Drink stammt (mal wieder) aus dem Savoy Cocktail Book, das dem aufmerksamen Leser dieses Blogs nicht unbekannt sein sollte und in den frühen 1930er Jahren geschrieben wurde.

Also, pfeift auf Euren Cholesterinspiegel, erfreut Euch des kurzfristig klarer werdenden Schädels, und gönnt Euch noch ein paar mehr von diesem erbaulichen Getränk.
Vielleicht kommt dann auch die Erinnerung zurück, oder der Durst.

Wie Bon Scott in seinen jungen Jahren sang:
„… pick me up, like a Truck…carry me home,
… won’t you carry me home…“!

Aber Cecile?

Who knows!

UNTER DAMPF…

Mal wieder ein Hoch auf HARRY CRADDOCK und sein Savoy Cocktail Book.
Immer wieder Inspiration sich gepflegt einen hinter die Binde zu kippen.
In diesem Fall sogar luxuriös, ist dieser Drink doch nach dem namens gleichen Trans Atlantik Liner benannt worden.
Nach dem das jüngere und weitaus bekanntere Schwesterschiff, die Titanic, gesunken war, nutzten die Reichen und schönen der damaligen Zeit vornehmlich die extrem prunkvoll ausgestattete Olympic um von Southampton nach New York und zurück auf den alten Kontinent zu gelangen.

 

OLYMPIC COCKTAIL

1/3 Brandy
1/3 dry Orange Curaçao
1/3 Orangensaft

Auf Eis schütteln und abseihen.

Schlichtes Rezept, großer Genuss!!
Vorausgesetzt man verwendet recht säuerliche Orangen.
Ich hatte Blut Orangen im Haus, die zwar nicht ansatzweise rot waren, aber typischerweise relativ wenig süß. (Nur zur Not 2 cl Orange und 1 cl Zitrone benutzen.)
Der dry Curaçao von Pierre Ferrand ist schön herb, und so gaukeln Orangensaft, Curaçao und Brandy dem Trinker fast vor, er würde einen Campari Drink  trinken. Fast!
Wie so oft im Leben, eine bittersüße Versuchung, schwer zu widerstehen.

Einfach zugreifen, rauf auf die Bücke und mit wehenden Fahnen dem Untergang entgegen …