Manhattan Ist Auch Ohne Twin Towers Schön …

Hier ein schwieriger Geselle, mit einfachem Rezept.
Im Grunde genommen besteht dieser alte Klassiker der Bar Kultur nur aus zwei Zutaten,American Whiskey und Vermouth. Der Teufel steckt wie immer im Detail.
Das Mischungsverhältnis ist in erster Linie Geschmacksache und darüber kann man nicht streiten.
Aber, nicht jeder Vermouth passt zu jedem Whiskey.
Ich habe den ersten Manhattan meines Lebens bei meinem Lieblings Barkeeper an Bord der Mprezz getrunken, und fand ihn wunderbar.
Zu Hause habe ich ihn nach gemixt, aber, oh Graus, es war widerlich.
Ich hatte Dolin Rouge Vermouth benutzt, das war wie ich heute weiss, der Fehler.
Martini Rosso war noch schlimmer, egal ob mit Bourbon oder Rye.
Nun habe ich letztens im Weinhaus Kottkamp in Oldenburg einen mir unbekannten Vermouth Rosso der Firma Matter-Luginbühl aus der Schweiz gekauft, und der ist super.
Nicht ganz so süß wie Carpano, aber vollmundiger und süßer als Dolin.
Seine Süße, leichte Bitter- und Kräuternoten machen diesen Vermouth zu einem vorzüglichen Genuss.

MANHATTAN
5 cl Elijah Craig Bourbon
2,5 cl Roter Vermouth
Dashes Peychaud Bitters
Auf Eis rühren und in eine vorgekühlte Cocktail Schale abseihen.
Der Drink wird immer staight up, ohne Eis serviert.
Kirsche als Deko.

Schöne Sache, das!
Nicht ganz so abgefahren, wie der Manhatten PX,
den der Meister auf dem Sherry Tasting serviert hat
den ich glücklicherweise schon eine Woche vorher probieren durfte,sondern ein Standard Manhattan, wie man ihn überall auf der Welt serviert bekommt.

Cheers!

PAULIE WALNUTS

Nach dem im vorletzten Drink, dem PERMANENT HOLIDAY, Averna und Bourbon so prima harmonierten, stellte sich mir die Frage: „geht das auch einfacher?“

Wie schmeckt ein All-American-Sour, aus Bourbon und Rye, gesüßt und aufgemotzt mit italienischem Averna Likör?
Und wie müsste man den Drink nennen, um beiden Heimatländern gerecht zu werden?

Raul Duke’s

PAULIE WALNUTS
2 cl Bourbon
2 cl Rye
2,5 cl Averna
1,5 cl Zitrone
1 cl Zucker
Dashes Black Walnut-Bitters

Shake ’n‘ strain on Crushed Ice

Erstens:
Der Drink schmeckt fantastisch!
Der Kräuterlikör verleiht ihm eine tiefe, kräftige Süße, die geradezu wie geschaffen ist, ein Gegengewicht zu dem würzigen Rye Whisky zu bilden und
sich gleichzeitig mit ihm zu verbinden.

Zweitens:
Wahrscheinlich gibt es diesen Drink schon irgendwo auf der Welt, aber wo, das weiß nur Allah, oder so.
Also reklamier ich den mal so halbwegs für mich!
Einen Namen zu finden war ausgesprochen einfach.
Amerika und Italien, da denke ich sofort an diverse meiner lieblings Filme, wie „Casino“ oder „Good Fellas“, und nicht zuletzt an die erste Fernsehserie, die mich wirklich gepackt hat, „The Sopranos“!
Meine Lieblingsfigur in der Serie war der etwas schrullige Paulie „Walnuts“ Gualtieri, Tony Sopranos Rechte Hand.
Ihm gilt nun die Ehre, Pate zu stehen, für einen Drink, der Tote wieder zum Leben erwecken kann…

An dieser Stelle erst recht: „PENG“

 

PERMANENT HOLIDAY

I don’t go to work today, and I think I’ll don’t go tomorrow!!

Solch wunderbare Worte prangten vor 25 Jahren auf dem Rücken meiner Nieten bewehrten Lederjacke.
Dieses Motto lebte ich damals für eine ganze Weile, es funktionierte jedoch nicht für mein ganzes Leben.
Leider!!

Muss doch irgendwie die Butter aufs Brot und der Bourbon ins Glas…
Doch blieb es immer ein Traum, meiner und der vieler Anderer…

So ist zu verstehen, das der Name dieses „Modern Tiki“ Drinks mich zutiefst anspricht…

Trey Jenkins’s

PERMANENT HOLIDAY
3 cl Bourbon
2 cl Averna
1 cl Likör 43
2 cl Grapefruit
1 cl Limette
1 cl Passionsfrucht Sirup von Riemerschmidt.

alle zutaten Auf Eis schütteln und auf Crushed Ice abseihen.
Grapefruit Zeste und Kirsche als Garnitur.

Vor kurzem bekam ich ne Pulle Averna geschenkt und wusste erst nicht viel damit anzufangen.
Eine kurze Recherche führte mich auf die Seite vom IMBIBE MAGAZIN und zu diesem Drink.

Einzig das Mischungsverhältnis habe ich meinem eigenen Geschmack angepasst.

Hab den Drink gleich für ein paar Gäste gemixt, und alle waren restlos begeistert.
Die hälfte der Anwesenden bestätigte mir auf Anfrage jedoch meinen Verdacht, das sie sich niemals einen Averna haltigen Drink bestellt hätten.

Deshalb ist es manchmal ratsam Freunden und Gästen ungefragt etwas zu servieren, einfach um Horizonte zu verschieben.

Bis vor kurzem zählte ich auch noch zu denjenigen, die sich Kräuter Liköre in Cocktails nicht vorzustellen vermögen.

Doch die, in letzter Zeit häufige Verwendung von Amer Picon, der ja auch in die Kategorie Kräuter Likör fällt, hat mir die Augen geöffnet.

Geschmacklich ist der „Dauerurlaub“ sehr vielschichtig, mit einer schweren Süße, Kräuter, Vanille, Zitrus und Bourbon explodieren auf der Zunge…und nach dem zweiten oder dritten auch im Kopf!!

Peng!!

ICH BIN HOLZFÄLLER UND MIR GEHTS GUT …

Zum Frühstück Pfannkuchen mit Ahornsirup, dann den ganzen Tag Bäume fällen und zum Feierabend einen …

LUMBERJACK JULEP

Viel frische Minze
6 cl Rock’n’Rye
1,5 cl Ahornsirup
ca 2 cl Soda

Den Großteil der Minze mit dem Rock & Rye und dem Sirup in ein leeres Rührglas geben, leicht andrücken und einige Minuten ziehen lassen.
Eis dazu geben und ordentlich kalt rühren, bis das Glas vereist.
In ein vorgekühltes Glas, oder klassisch in einen Silberbecher, auf frisches Crushed Ice abseihen und mit einem winzigen Schuss Soda aufgießen.
Gegebenenfalls Eis bis zum Rand auffüllen und einmal durchrühren.
Mit frischer Minze garnieren.

Mehr zu ROCK’N’RYE?

Warum dieser Julep?
Ganz einfach, der ROCK’N’RYE musste weg, der Ahornsirup auch.

Mit Bourbon und Ahornsirup schmeckt der Drink auch super und ist dann näher am original Mint Julep, aber die Orangennoten geben der Geschichte nochmal einen extra Dreh …

… AM TAG PACKT MICH DIE ARBEITSWUT,ICH FÄLL DEN BAUM, TRAG‘ STÖCKELSCHUH, STRAPSE UND BH …

IM CLANDESTINEN TIKI LABORATORIUM

Die Sonne scheint immer noch erbarmungslos vom Himmel, die Augen krampfhaft zusammen gekniffen, die Zunge schwillt an und klebt am Gaumen, dann ist es Zeit für gepflegte Tikikultur!

Ich habe vor ein paar Tagen in Jeff Berrys „Potions of the Caribbean“ diesen feinen Drink entdeckt.

Don the Beachcombers:

ROMAN TWIST
4 cl Makers Mark Bourbon
2 cl Tia Maria oder kalúha
2 cl Orgeat
2 cl Zitrone
2 cl Orange
Shake on Ice and strain on crushed ice.
Mint Garnish.

Bei diesem Drink habe ich alle Zutaten, ausser der Spirituose, um ein Drittel gekürzt.
Im Original war es mir einfach viel, viel, viel zu süß

Hier ist tatsächlich mal ’n Tiki Mug angebracht, denn die Farbe des Drinks ist so irgendwo bei ’nem Milchkaffee gelandet.

Aber trotz der Farbe, sehr, sehr lecker, das!
Schreit nach Wiederholung, der Drink!

Aber, in meiner mir eigenen totalen Selbstüberschätzung fand ich sofort, das da viel Raum für Experimente ist.

Letzte Woche habe ich mir eine schöne Pulle Mezcal gekauft, die wollte unbedingt geköpft werden.
Die Zitrusfrüchte habe ich der Spirituose angepasst.

OAXACA TWIST
4 cl San Cosme Mezcal
2 cl Café-Tequila-Likör
2 cl Orgeat
2 cl Orange
2 cl Limette

Zubereitung wie oben.

Heidewitzka, ik glob ik dreh duach, waa …

Ist die Bourbon Variante einfach „nur“ ein Karamellbonbon, mit Zitrus, Marzipan und Kaffee Noten, so hat der OAXACA TWIST durch den fehlenden Bourbon ein bisschen weniger Karamell, ist aber um eine, dem Mezcal geschuldete Rauch Note reicher.
Der Drink gewinnt sehr davon, da er so etwas an Gefälligkeit verliert,
aber wesentlich facettenreicher daher kommt, als vorher.

Mit Reposado Tequila schmeckt es ebenfalls sehr gut und sollte dann JALISCO TWIST genannt werden, nach der Stadt und Region, in der dieser, durch Sierra und ähnliche Schrott Tequila immer noch unterschätzte Schnaps gebrannt wird.

Last but not least habe ich noch den CLANDESTINO TWIST im Angebot, in den sich, sehr clandestin, eine „neue“ aber mexicotypische Zutat eingeschlichen und eine „alte“ verdrängt hat!

Mozart gegen Orgeat!
Kakao gegen Mandel!

Und, oh Graus, das Mischungsverhältnis ist auch anders …

Raul Duke’s

CLANDESTINO TWIST
6 cl Mezcal
3 cl Café Likör
3 cl Mozart Likör
2 cl Orange
1 cl Limette

Zubereitung wie oben.

Süß wie hulle, aber wunderbar, die Schoko-Café-Zitrusmischung, unterlegt mit den rauchigen Noten des Mezcals.

So ist am Ende des Tages etwas ganz neues entstanden!

Dieses ist dann auch eine Eigenkreation von mir, Raul Duke himself!

Meine Fresse, ich bin aber auch ’n geiler Macker, mal ehrlich …