PERMANENT HOLIDAY

I don’t go to work today, and I think I’ll don’t go tomorrow!!

Solch wunderbare Worte prangten vor 25 Jahren auf dem Rücken meiner Nieten bewehrten Lederjacke.
Dieses Motto lebte ich damals für eine ganze Weile, es funktionierte jedoch nicht für mein ganzes Leben.
Leider!!

Muss doch irgendwie die Butter aufs Brot und der Bourbon ins Glas…
Doch blieb es immer ein Traum, meiner und der vieler Anderer…

So ist zu verstehen, das der Name dieses „Modern Tiki“ Drinks mich zutiefst anspricht…

Trey Jenkins

PERMANENT HOLIDAY
3 cl Bourbon
2 cl Averna
1 cl Likör 43
2 cl Grapefruit
1 cl Limette
1 cl Passionsfrucht Sirup von Riemerschmidt.

alle zutaten Auf Eis schütteln und auf Crushed Ice abseihen.
Grapefruit Zeste und Kirsche als Garnitur.

Vor kurzem bekam ich ne Pulle Averna geschenkt und wusste erst nicht viel damit anzufangen.
Eine kurze Recherche führte mich auf die Seite vom IMBIBE MAGAZIN und zu diesem Drink.

Einzig das Mischungsverhältnis habe ich meinem eigenen Geschmack angepasst.

Hab den Drink gleich für ein paar Gäste gemixt, und alle waren restlos begeistert.
Die hälfte der Anwesenden bestätigte mir auf Anfrage jedoch meinen Verdacht, das sie sich niemals einen Averna haltigen Drink bestellt hätten.

Deshalb ist es manchmal ratsam Freunden und Gästen ungefragt etwas zu servieren, einfach um Horizonte zu verschieben.

Bis vor kurzem zählte ich auch noch zu denjenigen, die sich Kräuter Liköre in Cocktails nicht vorzustellen vermögen.

Doch die, in letzter Zeit häufige Verwendung von Amer Picon, der ja auch in die Kategorie Kräuter Likör fällt, hat mir die Augen geöffnet.

Geschmacklich ist der „Dauerurlaub“ sehr vielschichtig, mit einer schweren Süße, Kräuter, Vanille, Zitrus und Bourbon explodieren auf der Zunge…und nach dem zweiten oder dritten auch im Kopf!!

Peng!!

ICH BIN HOLZFÄLLER UND MIR GEHTS GUT …

Zum Frühstück Pfannkuchen mit Ahornsirup, dann den ganzen Tag Bäume fällen und zum Feierabend einen …

LUMBERJACK JULEP

Viel frische Minze
6 cl Rock’n’Rye
1,5 cl Ahornsirup
ca 2 cl Soda

Den Großteil der Minze mit dem Rock & Rye und dem Sirup in ein leeres Rührglas geben, leicht andrücken und einige Minuten ziehen lassen.
Eis dazu geben und ordentlich kalt rühren, bis das Glas vereist.
In ein vorgekühltes Glas, oder klassisch in einen Silberbecher, auf frisches Crushed Ice abseihen und mit einem winzigen Schuss Soda aufgießen.
Gegebenenfalls Eis bis zum Rand auffüllen und einmal durchrühren.
Mit frischer Minze garnieren.

Mehr zu ROCK’N’RYE?

Warum dieser Julep?
Ganz einfach, der ROCK’N’RYE musste weg, der Ahornsirup auch.

Mit Bourbon und Ahornsirup schmeckt der Drink auch super und ist dann näher am original Mint Julep, aber die Orangennoten geben der Geschichte nochmal einen extra Dreh …

… AM TAG PACKT MICH DIE ARBEITSWUT,ICH FÄLL DEN BAUM, TRAG‘ STÖCKELSCHUH, STRAPSE UND BH …

IM CLANDESTINEN TIKI LABORATORIUM

Die Sonne scheint immer noch erbarmungslos vom Himmel, die Augen krampfhaft zusammen gekniffen, die Zunge schwillt an und klebt am Gaumen, dann ist es Zeit für gepflegte Tikikultur!

Ich habe vor ein paar Tagen in Jeff Berrys „Potions of the Caribbean“ diesen feinen Drink entdeckt.

Don the Beachcombers:

ROMAN TWIST
4 cl Makers Mark Bourbon
2 cl Tia Maria oder kalúha
2 cl Orgeat
2 cl Zitrone
2 cl Orange
Shake on Ice and strain on crushed ice.
Mint Garnish.

Bei diesem Drink habe ich alle Zutaten, ausser der Spirituose, um ein Drittel gekürzt.
Im Original war es mir einfach viel, viel, viel zu süß

Hier ist tatsächlich mal ’n Tiki Mug angebracht, denn die Farbe des Drinks ist so irgendwo bei ’nem Milchkaffee gelandet.

Aber trotz der Farbe, sehr, sehr lecker, das!
Schreit nach Wiederholung, der Drink!

Aber, in meiner mir eigenen totalen Selbstüberschätzung fand ich sofort, das da viel Raum für Experimente ist.

Letzte Woche habe ich mir eine schöne Pulle Mezcal gekauft, die wollte unbedingt geköpft werden.
Die Zitrusfrüchte habe ich der Spirituose angepasst.

OAXACA TWIST
4 cl San Cosme Mezcal
2 cl Café-Tequila-Likör
2 cl Orgeat
2 cl Orange
2 cl Limette

Zubereitung wie oben.

Heidewitzka, ik glob ik dreh duach, waa …

Ist die Bourbon Variante einfach „nur“ ein Karamellbonbon, mit Zitrus, Marzipan und Kaffee Noten, so hat der OAXACA TWIST durch den fehlenden Bourbon ein bisschen weniger Karamell, ist aber um eine, dem Mezcal geschuldete Rauch Note reicher.
Der Drink gewinnt sehr davon, da er so etwas an Gefälligkeit verliert,
aber wesentlich facettenreicher daher kommt, als vorher.

Mit Reposado Tequila schmeckt es ebenfalls sehr gut und sollte dann JALISCO TWIST genannt werden, nach der Stadt und Region, in der dieser, durch Sierra und ähnliche Schrott Tequila immer noch unterschätzte Schnaps gebrannt wird.

Last but not least habe ich noch den CLANDESTINO TWIST im Angebot, in den sich, sehr clandestin, eine „neue“ aber mexicotypische Zutat eingeschlichen und eine „alte“ verdrängt hat!

Mozart gegen Orgeat!
Kakao gegen Mandel!

Und, oh Graus, das Mischungsverhältnis ist auch anders …

Raul Duke’s

CLANDESTINO TWIST
6 cl Mezcal
3 cl Café Likör
3 cl Mozart Likör
2 cl Orange
1 cl Limette

Zubereitung wie oben.

Süß wie hulle, aber wunderbar, die Schoko-Café-Zitrusmischung, unterlegt mit den rauchigen Noten des Mezcals.

So ist am Ende des Tages etwas ganz neues entstanden!

Dieses ist dann auch eine Eigenkreation von mir, Raul Duke himself!

Meine Fresse, ich bin aber auch ’n geiler Macker, mal ehrlich …

WHISKY SOUR, EIN GRUNDNAHRUNGSMITTEL

Super! Heute gibt’s etwas wirklich einfaches!
Wenn man mal davon absieht, dass viele Menschen ein Problem damit haben,
sich zu entscheiden und es damit eben nicht mehr ganz so einfach ist.
Es gibt wirklich verdammt viele Möglichkeiten!

Erstmalig Erwähnung fand der Sour im allgemeinen so um die 1860, zur damaligen Zeit meistens als Brandy Sour.

Einen Sour kann man aus jeder erdenklichen Spirituose und Zitrussaft und Zucker/Sirup herstellen,
z.B. die gängigen Varianten mit Gin, Whisky oder Rum (siehe P’Tea Punch) aber auch aus Tequila, Calvados, Obstbränden, etc, etc …

So wie ich es mag:

WHISKY SOUR
5-6 cl Makers Mark
2 cl Zitronensaft
2 cl Zuckersirup
evtl. Bitters

Alle Zutaten auf Eis schütteln,
auf frisches Eis abseihen und mit Bitters abschmecken.

mit ‘ner cocktailkirsche als Garnitur biste ‘n held!!

Ich bin da meistens eher konservativ und verwende Angostura Bitters.
Ist aber reine Geschmacksache!
Des gleichen ist die Bourbon oder Rye Sorte eigentlich „Jacke wie Hose“
und ist einzig dem jeweiligen Geschmack geschuldet.
Nur mit Scotch sollte man vorsichtig sein.
Das ist nicht jedermanns Sache.

Ich selbst variiere immer wieder.
Zu meiner häuslichen Grundausstattung gehören so gut wie immer Makers Mark Bourbon und Rittenhouse 100 Proof.
Damit kannste nie was mit falsch machen. Es hilft nur probieren, probieren, probieren.
Ist ja nicht so, daß das keinen Spaß machen würde …

So lange man frisch gepressten Saft verarbeitet und hochwertige Spirituosen,
ist alles in Butter!

Zum Abschluss könnte ich jetzt schreiben:

„Sour macht lustig!“

Aber das ist mir echt zu blöööd…Kopp in‘ Nacken…

Aviation mit dem Paper Aviator

„ÜBER DEN WOLKEN, MUSS DIE FREIHEIT WOHL GRENZENLOS SEIN…“

Als ich hier, an Board der Mprezz, viele Atlantiküberquerungen vorher, das erste Mal den Ur-Alt-Klassiker „Aviation Cocktail“ trank, war ich hin und weg.
Ich trank in dem Jahr so viel von dem violetten Zeug, bis ich es nicht mehr sehen konnte!
Mittlerweile habe ich immer eine Pulle Crème de Violette im Regal stehen, und kaufe schon ’ne neue, bevor die Alte leer ist.
Das Gleiche trifft im Übrigen auch auf Marschino Likör zu, bevorzugt Luxardo.


Aviation Cocktail

4 cl Gin 
1,5 cl Zitrone
1 cl Veilchen
1 cl Maraschino

Alle Zutaten auf Eis rühren und abseihen.
Kirsche als Deko.

Mittlerweile dürfte auch dem letzten Barkeeper klar geworden sein, dass in diesen Drink Veilchen Likör gehört.

Über den Zeitraum vieler Jahrzehnte, war der Aviation mehrheitlich aus den Bars und Büchern verschwunden.

Tauchte er doch mal hier, mal dort aus der Versenkung auf, kam er meistens als simpler
Gin Sour daher, gepimmt einzig und allein mit ein paar Tropfen Maraschino. Laaaaaaangeweile!

Siehe zum Beispiel das „Savoy Cocktail Book“, oder „The Fine Art of Mixing Drinks“, von David A. Embury.

 

Die schöne dezent violette Farbe ist schon mal der erste Grund, warum man diesen Drink lieb gewinnen kann.

Zweitens ist es, als würde man mit der Nase trinken, so leicht und „duftig“ kommt der Drink daher.
Üble Zungen (Wie die der besten Frau der Welt) behaupten allerdings, es würde nach Seife schmecken.

Fragt mal Averell Dalton, wie gut Seife schmecken kann!!

Sehr aufgeregt war ich dann vor kurzem, als ich auf Cocktail Virgin Slut eine hochinteressante Abwandlung von dem oben erwähnten Cocktail fand!

Ich brannte förmlich darauf, es auszuprobieren, seht selbst…

PAPER AVIATOR

3 cl Bourbon
1,5 Campari
1,5 Veilchen
1,5 Maraschino
1,5 Zitrone

Alle Zutaten auf Eis schütteln und in ein Cocktail Glas abseihen.

Habe es wie oben beschrieben und einmal wie den echten Aviation versucht, ohne Campari, aber mit Bourbon.
Letzterer schmeckt erstaunlich ähnlich, wie das Gin Original, hat aber eine dermaßen unschöne Farbe, das es ausgeschlossen ist, ihn Gästen zu servieren. (Foto rechts)
Der Paper Aviator hingegen ist der Hit!
Überzeugend!!
Klasse!!!
Der Bourbon und die fruchtig-bitteren Noten des Campari scheinen den Maraschino zurück in einen Fruchtsaft zu verwandeln.
Es schmeckt fast wie ein Aviation mit Sauerkirsche.
Die Optik ist auch sehr schön.
100 Punkte für den Kandidaten.

Wer ihn nicht probiert, ist selber schuld …

Mehr Drinks, siehe unten, „ältere Beiträge“!