Bertha – Die Waffen nieder!

„Einer weit verbreiteten Legende zufolge sollen die Soldaten Napoleons I.
zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als sie die die Berliner Weiße kennenlernten,
das Berliner Weißbier als „Champagne du Nord“ bezeichnet haben.“
aus Wikipedia

Alle Jahre wieder, so um den 20.Mai herum wird es Zeit das ich mir die erste Berliner Weisse genehmige, bevorzugt mit grünem Schuss, sprich Waldmeistersirup.
Aber auch ganz ohne Veredlung mundet sie mir hin und wieder als Durstlöscher vorzüglich.
Lenkt meine Gedanken in die Richtung, wie man denn das milchsaure Gebräu anderweitig mixologisch verwenden kann.

Der French 75 ist bekanntlich ein sehr gelungener Gin Drink,
benannt nach einer 1WK Kanone mit enormer Schlagkraft.
Architektonisch eigentlich ein gepimpter Gin Fizz bei dem das Soda
durch trockenen französischen Schaumwein ersetzt wird.

Weitergedacht und den Begriff Champagne du Nord aufgegriffen,
machte der Don sich daran der Waffengewalt des French 75 eine besondere
pazifistischer Variante mit Berliner Weisse entgegenzusetzen.

Bertha
Gewidmet Bertha von Suttner, Pazifistin, Friedensnobelpreisträgern 1905
und eventuell Namensgeberin der „Dicken Bertha“ einem direktem Pendant
zur Canon de 75 mm modèle 1897 die dem French 75 den Namen verlieh.

6cl Berliner Adler Gin oder Doornkaat Gin
1-1,5cl Zuckersirup
2cl frische Limette o. Zitrone
schütteln auf Eis und in ein geeignetes Glas abseihen.
mit Berliner Kindl Weisse auftoppen – et voila.

Als Garnitur eignet sich eine Zitronen Zeste

So was fällt einem natürlich nicht über Nacht ein,
vor ein paar Jahren scheiterte der Versuch Berliner Weisse
als Tonic Water Substitut zu verwenden kläglich,
ein echter Rohrkrepierer.

Dabei war ich schon so nahe dran.
es war natürlich der schmeichelnde Zucker der fehlte,
welcher selbst das bittere Tonic Water erst trinkbar macht.
Geschuldet war der Denkfehler dem Umstand,
dass ich mich über den oben beschriebenen Pur Genus der Weisse
versuchte seiner Mixability zu nähern.

Und zwei Jahre später, freier Kopf – grüne Weisse, Treffer!

Zu bestaunen gibt es diese proletarische Variante
auf dezente Nachfrage in den Sommermonaten
auf dem Oberdeck der S.S. Mprezz.
Alle anderen oder weiterführenden Nachfragen bezüglich
hopfenhaltigen Getränken werden mit sofortigem Rausschmiss geahndet!

„Die Waffen nieder! – – sag’s vielen – vielen.“
Bertha v. Suttner auf dem Sterbebett 21.Juni 1914

Durchladen, Schießen.
Prost & Ahoi
Don Sling

DER TEXANISCHE COLONEL

Gin scheint das Thema dieser Tage zu sein.

Und die Hitze!

Da hilft nur eines, nämlich viel trinken!

Was trinken?

Den guten alten RICKEY natürlich!
Der löscht, kühlt, erfrischt und kommt meistens als Gin Drink daher…

GIN RICKEY

5 cl Old Tom Gin
1/2 Limette
10 -15 cl Soda

Alle Zutaten in einem großen Glas auf Eis aufbauen und ein, zwei Mal umrühren, die ausgepresste Limette mit ins Glas geben.

Es gibt immer wieder Leute denen dieser, zugegeben einfache Drink zu profan ist.
Sie fügen Zucker, Grenadine, Sirups und andere Aromaträger hinzu.

Das hat alles in diesem Getränk nichts zu suchen!!!

Zucker, in kleinen Mengen, mag im Falle von London Dry Gin noch erlaubt sein, ist doch in Old Tom Gin auch eine Spur davon enthalten.

Old Tom Gin wäre historisch der Richtige, denn London Dry ist um 1880, als Colonel Rickey und Bartender George A. Williamson diesen Drink in Washington unweit des Capitols erfanden, noch völlig unbekannt.

Ursprünglich wurde allerdings Bourbon verwendet.
Gin kam im RICKEY erst um 1900 zum Einsatz, sehr zum Leidwesen des Colonels, der als Texaner eingefleischter Whiskytrinker war.

Da ich kein großer Tonic Fan bin, würde ich jeden neuen Gin zum Test als RICKEY probieren.
Der Drink ist alles andere als raffiniert, doch gerade deshalb können viele Spirituosen, insbesondere Gin, hier alle ihre Vorteile ausspielen und ihre eventuellen Nachteile nicht verstecken.

Beefeater 24, mit seinen dezenten Teenoten schmeckt mir übrigens besonders gut als RICKEY.
Sehr schön ist es auch mit diversen Sorten holländischen oder belgischen Genever.
Dieses sind die Vorläufer des britischen Gins, bei weitem nicht so Wacholder lastig und wurden lange Zeit in rauen Mengen nach Übersee verschifft.
Damals wurde die Spirituose als „Holland Gin“ verkauft.

Mit Bourbon, Rye oder Rum wird er heutzutage auch wieder gemixt, aber trotz mannigfaltiger Experimente werde ich damit nicht warm.
Damit gehöre ich offensichtlich der Mehrheit an, denn International ist, wenn von einem RICKEY gesprochen wird quasi immer die Gin Variante gemeint.

Tequila geht hingegen immer, egal ob Silver, Reposado oder Anejo, wobei ich ersteren bevorzuge.

Erwähnt sei hier noch, auch wenn man sich damit schon sehr weit vom Original entfernt,
Cachaça, als eine meiner lieblings Varianten.
Insbesondere mit Ypióca geh ich steil …

Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren …und später auf dem Rasen, auf dem Balkonfussboden oder vorm Tresen ein kleines Nickerchen …

… Idealzustand!

PEGU CLUB COCKTAIL

Very British, in deed …

PEGU CLUB Cocktail
5 cl Gin
2 cl Orange Curaçao
1 cl Limette
je 1 Dash Angostura und Orange Bitters

Alle Zutaten auf eis schütteln, und in eine Cocktailschale abseihen.
Limettenzeste als Deko.

Hervorragender Aperitif, dieses kleine Getränk!

Deutlicher Gin Geschmack, wenig Süße und dezente Orangen Noten auf der Zunge, zum Abgang hin eher säuerlich bis bitter.

Der Drink stammt aus den Tagen, von denen die Briten denken, es waren die guten alten.

Der Pegu Club, dessen Hausdrink er war, stellte Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts einen klassischen Herrenclub und ein Bollwerk britischer „Kultur“ dar, zu finden in Rangoon, dem damaligen Birma!

Philius Fogg hätte hier garantiert ein oder zwei dieser Klassiker getrunken, als er in der Stadt war, wäre er nicht der erste Mann der Welt gewesen, der 20 Hauptstädte in 80 Tagen gebucht und bereist hat.

Nigel Farage indes, seines Zeichens britischer „Groß Clown“, immer rückwärts gewandt, träumt zweifellos davon, dort bald wieder einkehren zu können, nicht wahr …

In der Tat …

 

LEUTNANT BLUEBERRY ODER BLUE No. 10

Am Freitag entdeckte ich im Supermarkt die ersten Spanischen Blaubeeren dieses Jahr, und erinnerte mich sofort an einen Blaubeeren enthaltenden Drink, den ich die Tage im Netz gesehen hatte.

Die No. 10 LEMONADE!

Klang super, ein mit Blaubeeren und Mineralwasser aufgemotzter Daiquiri.

Schmeckte nicht schlecht, aber ich hatte sofort das Gefühl, das die Geschichte als Collins noch viel besser wäre.

Also habe ich den Rum durch Gin ersetzt und heraus kam dieses super leckere Erfrischungsgetränk!

LEUTNANT BLUEBERRY oder Blue No 10

10-12 Blaubeeren

5 cl Gin

3 cl Zitrone

2 cl Zuckersirup

Soda

Die Blaubeeren im Shaker zerstoßen und mit den anderen Zutaten, außer dem Soda, auf Eis schütteln.

In ein mit Eiswürfeln gefülltes Highball-Glas doppelt abseihen (fein strainen) und dabei den „Pulp“ etwas mit einem Bar-oder Teelöffel durch das Sieb streichen.

Mit Soda auffüllen.

Als Garnitur ein paar Blaubeeren und eine Zitronenscheibe ins Glas geben.

Über den Geschmack muss man nicht viel schreiben, es ist halt ein Tom Collins mit Blaubeeren.

Simpel, aber ein echter Hit, so zu sagen ein flüssiger Gassenhauer!

Nachdem ich mir in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis morgens um 8 einen nach dem anderen von dem Zeug gegönnt habe, und Sonntag den ganzen Tag nicht viel anders aussah als das Reh auf dem Foto, musste ich heute leider feststellen, das ich doch nicht der Erfinder davon bin.

Das Netz ist voll von Blaubeer Collinses.

Es hält mich aber bis auf weiteres nicht davon ab, den Drink nach meinem guten alten Comic Helden Leutnant Blueberry oder in Anlehnung an die No 10 Lemonade einfach Blue No 10 zu nennen.

Die Qualität des Getränks ficht das so oder so nicht an, gebt Gas Leute, gebt Gas…

NYC – New York Cheesecake, or Gimlet Cream

Während der Arbeit an der Cocktail Karte für die Mprezz und dem Sachverhalt das in der letzten Zeit einige Gäste wieder mal auf klassische Digestif Cocktails zurückgriffen,
entstand die Idee einen eigenen Drink dieser Art zu kreieren.

Der Werdegang des NYC ging wie folgt von statten:

Da in letzter Zeit einiges an Gin durch meine Hände ging,
addierte mein Barkeeper Gehirn den Gimlet

und die Tatsache das Sahne und Limette, siehe Ramos Gin Fizz,
sehr gut zusammen funktionieren zu dieser Idee zusammen.

NYC oder Gimlet Cream
(Don Sling Original März 2017)

4-5cl Tanqueray Rangpur

1,5cl Rose Lime Juice

1,5cl frische Limette

1cl Zuckersirup oder Gomme

2-3cl frische Sahne

Dashes Orange Flower Water

Entstanden ist ein wunderschöner frischer Digestif der nicht nur süss ist.

Traut euch!

Prost