Fruit Daiquiri – Tropical Pleasure or Pain in the Ass?

… Daiquiri ist eine Bergbaustadt im Osten von Cuba
wo eventuell ein Ingenieur den Drink notierte um damit seine Gäste zu erfreuen …

Hach, alleine das Wort schon: Dai-qui-ri,
ganz im Sinne von Don Blandings Gedicht „Names are Ships“,
trägt es dich fort, an ferne tropische Gestade, zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht,
die Last des Alltags verfliegt.

Der Daiquiri ist in seiner klassischen Zubereitung,
eigentlich nur ein besonderer Rum Sour.

Es gibt etliche Geschichten und Legenden, wie der Drink nun genau entstanden ist
und um was es sich dabei handelt, mehr dazu in einem anderen Artikel.

Don Sling möchte hier mal seine ganz persönlichen Vorlieben für Fruit Daiquiris vorstellen.

Generell eine sehr leckere Sache,
die uns Barkeepern aber auch schnell mal entgleiten kann.
Verkommen zum Happy Hour Drink, erlitt er das gleiche schmerzvolle Schicksal
seiner mexikanischen Schwester, der Margarita.

Genug!

– Ein Daiquiri ist ein cubanischer Drink,
die Verwendung hellen cubanischen Rums macht ihn zum Daiquiri,
bei Verwendung von Jamaican Rum, Barbados Rum usw.
habe ich cocktailhistorisch gesehen schon keinen Daiquiri mehr!

– Der Einsatz eines Blenders zur Herstellung kleiner gefrorener Fruchtmonster steht ausser Frage.
Am absoluten Nullpunkt existiert kein Geschmack mehr, nur Hirnfrost – Wer’s mag.

Allerdings kann man den Daiquiri ohne Eis vorblenden und dann auf Cubes kaltschütteln.
Macht aber nur Sinn wenn es von Nöten ist, den Fruchtanteil so zu zerschrotten, dass er eine feine Konsistenz hat, Minze, Ananas, siehe z.B. Missionarys Downfall
Deshalb schüttelt der Don seine Daiquiris meist im Boston Shaker, gerne so hart, dass sich kleine erfrischende Eisstückchen bilden, beim Daiquiri paßt das, sonst eher nicht.

– Weniger ist mehr,
Frische zählt, gefrorenes Fruchtpüree jeder Art finde der Don nicht sonderlich toll,
auch wenn es gut schmeckt.
Davon mal abgesehen sollten die Fruchtbeigaben irgendwie zur Region passen,
Erdbeer, Brombeer, Himbeer? Nicht sehr karibisch.
Kokos, Maracuja, Falernum? Schon eher.

Erhalten wollen wir auch den Grundcharakter des Drinks,
ein Daiquiri ist leicht, leicht und flüchtig.
Also überladen wir ihn nicht mit Unmengen an Frucht,
wir wollen keinen süßen Nachtisch daraus machen.

Drei Vorschläge für etwas andere Daiquiris

Coco Daiquiri
5cl 3 Años Havana Club
2-3cl frischeste Limette (Handpresse!)
2cl Riemerschmidt Kokossirup (Nur der aus der 0,5l Flasche!)
oder CocoTara
optional 2-3cl Coconut Water

Maracuja Daiquiri
5cl 3 Años Havana Club
2cl frischeste Limette (Handpresse!)
1/2 -1 Maracuja je nach Größe
1,5cl Rohrzuckersirup
o. 1,5cl Riemerschmidt Maracujasirup (Nur der aus der 0,5l Flasche!)

Don’s Daiquiri (Falernum Daiquiri)
5cl 3 Años Havana Club
2-3cl frischeste Limette (Handpresse!)
1cl Monin Falernum Sirup
1cl Velvet Falernum

Alle drei Varianten richtig kräftig schütteln und in eine gefrorene Cocktailschale abseihen,
eventuell den Gast fragen ob Fruchtanteile und Brucheis im Glas gewünscht sind.
Auf Garnituren verzichtet der Don bei Daiquiris gerne,
lassen wir lieber die schlichte Eleganz sprechen

¡Salute! und boykottiert Bacardi!

PERMANENT HOLIDAY

I don’t go to work today, and I think I’ll don’t go tomorrow!!

Solch wunderbare Worte prangten vor 25 Jahren auf dem Rücken meiner Nieten bewehrten Lederjacke.
Dieses Motto lebte ich damals für eine ganze Weile, es funktionierte jedoch nicht für mein ganzes Leben.
Leider!!

Muss doch irgendwie die Butter aufs Brot und der Bourbon ins Glas…
Doch blieb es immer ein Traum, meiner und der vieler Anderer…

So ist zu verstehen, das der Name dieses „Modern Tiki“ Drinks mich zutiefst anspricht…

Trey Jenkins

PERMANENT HOLIDAY
3 cl Bourbon
2 cl Averna
1 cl Likör 43
2 cl Grapefruit
1 cl Limette
1 cl Passionsfrucht Sirup von Riemerschmidt.

alle zutaten Auf Eis schütteln und auf Crushed Ice abseihen.
Grapefruit Zeste und Kirsche als Garnitur.

Vor kurzem bekam ich ne Pulle Averna geschenkt und wusste erst nicht viel damit anzufangen.
Eine kurze Recherche führte mich auf die Seite vom IMBIBE MAGAZIN und zu diesem Drink.

Einzig das Mischungsverhältnis habe ich meinem eigenen Geschmack angepasst.

Hab den Drink gleich für ein paar Gäste gemixt, und alle waren restlos begeistert.
Die hälfte der Anwesenden bestätigte mir auf Anfrage jedoch meinen Verdacht, das sie sich niemals einen Averna haltigen Drink bestellt hätten.

Deshalb ist es manchmal ratsam Freunden und Gästen ungefragt etwas zu servieren, einfach um Horizonte zu verschieben.

Bis vor kurzem zählte ich auch noch zu denjenigen, die sich Kräuter Liköre in Cocktails nicht vorzustellen vermögen.

Doch die, in letzter Zeit häufige Verwendung von Amer Picon, der ja auch in die Kategorie Kräuter Likör fällt, hat mir die Augen geöffnet.

Geschmacklich ist der „Dauerurlaub“ sehr vielschichtig, mit einer schweren Süße, Kräuter, Vanille, Zitrus und Bourbon explodieren auf der Zunge…und nach dem zweiten oder dritten auch im Kopf!!

Peng!!

DER SONNE ENTGEGEN…

Auf der französischen A 7, genannt „Autoroute du Soleil“, gelangt man an die Strände der Cote Azur, und zu guter letzt, nach Marseille, dem Herstellungsort von Amer Picon.
Unterwegs dorthin könnte man, voraus gesetzt man wäre bereit beträchtliche Umwege in kauf zu nehmen, nach und nach die Zutaten dieses Drinks erwerben, um dann am Ufer des Mittelmeers mit Blick auf das Château d’If, damit seinen Durst zu löschen.

Um beim Château d’If zu bleiben, besser den Durst löschen, als nach Rache zu dürsten!

 

Raul Duke’s

ROUTE DU SOLEIL
3 cl Suze
3 cl Dolin Blanc wermuth
2 cl Zitrone
1 cl Amer Picon
4-6 cl Soda

Die Zutaten auf Eis schütteln und auf frisches Eis in ein Collins Glas Abseihen.
Mit Soda auffüllen und mit Zitronenscheibe oder Zeste garnieren.

Anstelle des Suze funktioniert der Drink auch hervorragend mit Salers oder Avèze.

Mal ehrlich, das ist ein echter Durstlöscher!

Niedrig an Alkohol, eine gute Dosis Zitrussäure, dezente Weißwein Noten, eine noch dezentere Süße, leichte Anklänge von Malz, Orangenschalen, herb-bittere Kräuter und Enzian Auszüge spiegeln den Charakter dieses Erfrischungsgetränks wieder!

Alle meine französischen Lieblingsprodukte in einem Glas vereint!

Und neuerlich ein Getränk bar jeder sensomotorischen Gefahren…

 

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Auf jeder Seite sind immer vier Beiträge!

MIT DEN DAMEN BESCHWIPST DURCH DEN ABEND…

Kürzlich hatten wir Damenbesuch, und ich wurde von meiner Frau angewiesen etwas manierliches zu trinken anzubieten, aber mit etwas weniger Umdrehungen als üblich.
Ein schneller Blick ins Savoy Cocktail Book und alle Wünsche wurden erfüllt …

DUBONNET FIZZ

Saft von 1/2 Orange (ca. 4cl)
Saft von 1/4 Zitrone (ca. 2cl)
2 Tl Cherry brandy
6 cl Dubonnet rouge

Auf Eis schütteln und in ein mittelgroßes Glas abseihen.
Mit 4 cl Soda auffüllen.
Je nach Geschmack 1-2 Dashes Grapefruit- oder Orangebitters

Ein sehr feiner Drink, der die Dame und natürlich auch den Herren von Welt über den ganzen Abend begleiten kann, ohne die üblichen Ausfallerscheinungen und ungebührliches Verhalten zu provozieren.

Etwas Gehaltvoller ist der SANCTUARY COCKTAIL, ebenfalls endeckt im Savoy Cocktail Book.

Erwähnung findet der Drink an dieser Stelle, da er gleichfalls auf Dubonnet Rouge basiert und genau wie der Fizz, nicht gleich die komplette Sensomotorik außer Gefecht setzt.

SANCTUARY COCKTAIL

1,5 Cointreau
1,5 Amer Picon
3 cl Dubonnet Rouge

Auf Eis rühren und in ein Stielglas abseihen.

Beide passen gut zum Cthuloiden Salon oder zu einer Partie Domino und Jazz Musik.

Zu Strip-Poker und Burlesque Musik sind die Drinks jedoch etwas zu schwach um die Brust!

A Horse is a Horse: Der Valeccito

Es kommt immer wieder vor, dass aus den Schatzkisten unseres Tuns,
den alten verstaubten Barbüchern, welche liebevoll gesammelt,
wohlweislich vor Kollegen und Gästen weggeschlossen,
oft jahrelang unbeachtet ihr Dasein fristen,
eines Tages ein Brillant ans schummrige Barlicht gezogen wird um zu funkeln.

Der Valeccito ist ein solcher Edelstein.
Der Drink hat alles was mein Barkeeperherz erfreut,
eine oftmals unbeachtete Spirituose, den Pisco,
Vermouth, was den Valeccito in den Adelsstand erhebt,
Orangenlikör anstatt schnödem Zucker
und ein Hauch Zitrone, aber bitte nicht zuviel!

Architektonisch ein Art Sidecar mit Vermouth.
Aber eigentlich würde ich für diese Art Drink lieber eine eigene Kategorie aufmachen …

Recherchen bezüglich Namen und Herkunft ergeben folgendes,
gefunden habe ich den Valeccito in der deutschen Übersetzung
von Trader Vic’s Bartenders Guide,
welche auf der revised Edition von 1972 basiert,
in der 1948 Ausgabe wird der Drink meines Wissens noch nicht erwähnt.

Zum Namen ergibt sich leider nicht soviel,
außer das etliche Dressur Pferde mit diesem Namen bedacht wurden
und das der Begriff wohl aus den Italienischem stammt und dem nach
[Wahle-chito] ausgesprochen werden würde, ich wette aber nicht darauf.

Aber auf den flüssigen Vertreter könnt ihr getrost hohe Summen setzen,
ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Valeccito
3cl Pisco
3cl French Vermouth
1,5cl Curaçao (Ich habe Grand Marnier verwendet.)
1,5cl Frische Zitrone
(Die 1,5cl sind hier Maxximum eher weniger nehmen,
der Drink soll nicht sauer sein sondern trocken.)

Dashes Orangeflowerwater stehen dem Pferdchen gut zu Gesicht sind aber Optional.
Schütteln auf Eiswürfel und in ein elegantes Cocktailglas feinstrainen,
da etwaige Eissplitter dem Drink die Eleganz nehmen.

Garniert wird mit einer Zitronenzeste.

Little Known Fact:
Der Housedrink der S.S.Mprezz, der Mprezz,

ist eine Gin Variante des Valeccito.

On your Marks!